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Foto: Unsplash

KI-Radar Bau & Immobilien – Ausgabe 22

FachKI präsentiert

KI-Radar Bau & Immobilien

Ausgabe 22 · 8. Juni 2026

Die Spätschicht fährt heute schon allein —
ein Berliner Startup macht es möglich

Während die Branche über Fachkräftemangel diskutiert, hat ein Berliner Startup die Antwort bereits auf dem Werksgelände von Europas größten Steinbrüchen im Einsatz: Radlader [Baumaschinen für Materialumschlag], die ohne Fahrer komplette Schichten fahren. Kein Forschungslabor, kein Pilotprojekt — Produktivbetrieb bei CEMEX und Lhoist. Heute zeige ich Ihnen, wie das funktioniert und warum das für Ihren Betrieb jetzt relevant wird.

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Analyse: sensmore — Autonome Schwermaschineplattform [Physical AI für Radlader]

Der Radlader, der selbst denkt — und schon heute allein arbeitet

Maximilian Rolf, CEO und Co-Gründer des Berliner Startups sensmore, formuliert es knapp: Die Maschine der Zukunft ist ein intelligenter Roboter, der wahrscheinlich klügere Entscheidungen treffen kann als der Mensch selbst. Das klingt provokant — ist aber in europäischen Steinbrüchen bereits Realität.

Was sensmore macht — und wie es sich vom Rest unterscheidet

sensmore [gegründet 2022, Berlin/Potsdam] rüstet vorhandene Schwerbaumaschinen — Radlader, Muldenkipper, LHD-Maschinen [Load-Haul-Dump, Lade-Transport-Kipper] — direkt beim Kunden mit Kameras, 4D-Radar und KI-Software nach. Kein Neukauf notwendig. Die Maschinen werden vor Ort in autonome, lernfähige Einheiten umgewandelt.

Was sensmore von klassischer Automatisierung unterscheidet: Das System basiert auf einer sogenannten End-to-End-KI mit VLAM-Modellen [Vision-Language-Action Models — KI-Architektur, die Sehen, Sprachverständnis und Handlungssteuerung verbindet]. Diese Architektur erlaubt es, neue Aufgaben zu lösen, ohne vorheriges Training. Normale Automatisierung scheitert an unstrukturierten, wechselnden Umgebungen — genau dort, wo Baustellen täglich anders aussehen. sensmore nicht.

Die sensmore-Plattform — fünf Module, ein System:

sensmore Machine Assist — Kollisionswarnungen und Präzisionspositionierung in Echtzeit; sofort einsetzbar als erster Schritt
sensmore Site OS [Betriebssystem für den Bauhof] — Live-Lageübersicht für Bauleiter: Zykluszeiten, Stillstandzeiten, Maschinenpositionierung auf einen Blick
sensmore Eye — Visuelle Qualitätskontrolle durch KI-Kamerasystem direkt an der Maschine
sensmore Live Mapping — 3D-Echtzeit-Kartierung des Einsatzgeländes für autonome Navigation
sensmore Loader Automation — Vollautomatischer Lade- und Transportzyklus ohne Fahrereingriff; erstes System dieser Art für schwere Radlader

Was in echten Steinbrüchen bereits läuft

sensmore hat vollständige Flotteninstallationen in mehreren der größten europäischen Tagebaubetriebe abgeschlossen. Die Kunden lesen sich wie ein Who's Who der europäischen Rohstoffindustrie:

Thomas Weber, Leiter Steinbruchbetrieb Rüdersdorf:
„Ich arbeite seit Jahren mit dem sensmore-Team zusammen. Die Tatsache, dass wir unseren gesamten Standort mit ihrer Technologie ausgestattet haben, spricht für sich."

Nicolai Hecker, Abteilung Gewinnung, Flandersbach:
„sensmore Site OS und Machine Assist haben unsere Abläufe durch Kollisionswarnungen, Präzisionsdaten und reibungslose Fahrerunterstützung auf ein neues Niveau gehoben."

Auch CEMEX und Lhoist — beide unter den größten Zement- und Kalkherstellern Europas — berichten über messbare Verbesserungen bei Produktivität und Arbeitssicherheit. Die Downtime-Reduzierung liegt laut sensmore bei bis zu 30 Prozent.

Im Mai 2025 sicherte sich sensmore eine Finanzierungsrunde von 7,3 Millionen US-Dollar [entspricht rund 6,5 Millionen Euro], angeführt von Point Nine Capital [Berliner Frühphasen-VC-Investor]. Weitere Beteiligungen kamen von Acequia Capital, Prototype Capital und dem Staat Brandenburg sowie der Europäischen Union.

Das System in Aktion — der erste autonome Antrieb auf Video

Das sensmore-Team hat den ersten vollautonomen Fahrzyklus einer schweren Maschine — radar-only, ohne GPS, ohne LiDAR, ohne Kamera — dokumentiert. Integrationszeit: ein Tag. Das Video zeigt, was diese Architektur von klassischer Automatisierungstechnik unterscheidet:

▶ sensmore — Automation 2.0 for heavy machines

Auf YouTube ansehen →

Für wen ist das heute schon relevant?

sensmore adressiert primär Betriebe mit wiederkehrendem Materialumschlag: Kieswerke, Steinbrüche, Recyclinghöfe, Asphaltmischwerke, Baustoffhändler mit eigenem Lagerplatz, Bauhöfe mit Radlader-Flotte. Aber auch Bauausführungsunternehmen mit anspruchsvollen Erdarbeiten und Materialtransporten auf gleichbleibenden Baustellen sind eine Zielgruppe — genau das beschreibt Maximilian Rolf in seinem Interview, das auf LinkedIn zirkuliert.

Der Einstieg erfolgt nicht mit Vollautonomie, sondern schrittweise: Zuerst Machine Assist [Kollisionswarnung, Positionierung] — das liefert sofort Datenbasis und Sicherheitsgewinn. Danach Site OS für die Betriebsleitung. Erst dann der vollautonome Zyklus. Dieses Stufenmodell senkt die Einstiegshürde erheblich.

Handlungsempfehlung

Wenn in Ihrem Betrieb Radlader oder Muldenkipper im Einsatz sind und Schichtbetrieb gefahren wird: Buchen Sie jetzt ein 30-Minuten-Gespräch direkt mit Maximilian Rolf. Das Calendly-Formular ist öffentlich zugänglich — kein Vertriebsfilter, kein Sales-Funnel.

Konkrete Fragen für Ihr Gespräch:

① Welche meiner Maschinen sind nachrüstbar — und was ist die Mindestflottengröße für den Einstieg?
② Wie lange dauert die Installation und wer übernimmt Wartung und Updates?
③ Welche Sicherheitskonzepte gelten für die Trennung von autonomen und bemannten Maschinen?
④ Gibt es Referenzkunden in Deutschland, die ich vor Ort besuchen kann?

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Kurzmeldungen

sensmore: Erster vollautonomer LHD-Zyklus im Feldtest

Parallel zur laufenden Flotteninstallation in europäischen Steinbrüchen befindet sich bei sensmore die erste vollautomatische LHD-Maschine [Load-Haul-Dump, Lade-Transport-Kipper für Untertagebetrieb] im Feldeinsatz: Der komplette Lade- und Transportzyklus — Schaufel füllen, wegfahren, kippen — läuft ohne jede menschliche Eingriffsmöglichkeit. Die Technik basiert auf einem Zwei-Ebenen-Ansatz: „Thinking Fast" für instinktive Reaktionen in Millisekunden und „Thinking Slow" für komplexere Entscheidungen über VLAM-Modelle [Vision-Language-Action Models]. Bemerkenswert: Das System kommt ohne GPS, ohne LiDAR [Laser-Entfernungsmessung] und ohne externe Infrastruktur aus — rein radar-getrieben. Das macht es einsetzbar an jedem Standort, auch dort, wo Signalempfang oder Netzabdeckung fehlen.

Quelle: sensmore.ai/press · Silicon Canals, Mai 2025

Wien, ICRA 2026: AIT und Palfinger zeigen autonomen Roboter-Kran auf der Baustelle

Das AIT [Austrian Institute of Technology — Österreichisches Forschungsinstitut] präsentiert am 30. und 31. Mai 2026 auf dem Wiener Karlsplatz erstmals öffentlich einen vollautonomen Roboter-Kran, der Holzstämme selbstständig auf einen Lkw lädt und entlädt — ohne menschlichen Eingriff. Entwickelt gemeinsam mit der TU Wien und dem Kranhersteller Palfinger, kombiniert das System KI-Bildgebung, Systemtheorie und physikalisches Domänenwissen. Zeitgleich stellt das AIT auf der weltgrößten Robotikkonferenz ICRA [International Conference on Robotics and Automation, 1.–5. Juni 2026, Wien] sechs Forschungsergebnisse für autonome Arbeitsmaschinen vor — darunter PIRATR, ein KI-System zur dreidimensionalen Objekterkennung via Laserscandaten für Greifkräne. Für Bauunternehmen mit eigenem Kran- oder Hebezeugbetrieb: Diese Technologie wird schneller als erwartet auf dem Markt erscheinen.

Quelle: handwerkundbau.at, Mai 2026

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Quellen dieser Ausgabe

· sensmore.ai — Offizielle Produktseite
· sensmore.ai/press — Finanzierungsankündigung (Mai 2025)
· EU-Startups — sensmore sichert €6,5 Mio. (Mai 2025)
· Silicon Canals — Finanzierungsrunde und CEO-Interview (Mai 2025)
· Startbase — 7,3 Mio. für sensmore (Mai 2025)
· handwerkundbau.at — AIT autonome Arbeitsmaschinen / Palfinger (Mai 2026)
· sensmore Demo-Buchung (Calendly)

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Herausgeber: Günther Prell · Hochvogelweg 5 · 84034 Landshut
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