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Analyse: Autodesk Forma Building Design
Tageslicht, CO₂-Bilanz und Grundriss in Echtzeit – Autodesk schließt die Lücke in der schematischen Entwurfsphase
In der schematischen Entwurfsphase [früher Planungsabschnitt, in dem grundlegende Gebäudekonzepte festgelegt werden] passiert das Teuerste: Entscheidungen über Kubatur, Grundrissstruktur und Ausrichtung, die später kaum mehr korrigiert werden können – und die in vielen Büros noch immer mit Excel-Tabellen, manuellen Iterationen und CAD-Programmen getroffen werden, die für spätere Leistungsphasen entwickelt wurden. Das Ergebnis: Wochen für Varianten, die ein Bauherr nach einer Stunde Präsentation verwirft.
Am 7. April 2026 hat Autodesk mit Forma Building Design ein Cloud-Tool veröffentlicht, das genau diese Phase neu strukturiert. Es ist der konsequente nächste Schritt nach Forma Site Design [Standortplanungs-Modul, das Autodesk 2020 durch die Übernahme von Spacemaker erworben hat] – vom Grundstück zum detaillierten Gebäudeentwurf, ohne Werkzeugwechsel.
Was Forma Building Design konkret leistet
Das Tool läuft vollständig im Browser – keine Installation, kein lokaler Rechner nötig. Ein Planungsteam legt den realen Standort auf der Karte fest, definiert Grundstücksgrenzen und erstellt daraufhin verschiedene Gebäudeoptionen. Während der Entwurf entsteht, laufen im Hintergrund automatisch folgende Analysen:
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KI-Analysen, die in Echtzeit mitlaufen:
✓ Tageslicht- und Sonnenstunden-Analyse – Welche Fassaden bekommen wie viel direktes Licht? Interaktiv nach Datum und Tageszeit filterbar.
✓ CO₂-Bilanz via Forma Carbon Insights – Der Embodied Carbon [graue Emissionen aus Materialherstellung und Bau] wird direkt im Modell berechnet und variantenübergreifend verglichen.
✓ Flächenbilanz in Echtzeit – BGF [Bruttogrundfläche], Nutzfläche, Wohneinheiten und Bebauungsgrad werden automatisch erfasst.
✓ Design-Automatisierung für Fassaden und Grundrisse – KI unterstützt bei Fassadenkonfiguration und Einheitsgrundrissen, Varianten entstehen in Minuten statt Tagen.
✓ Direkte Revit-Übergabe ohne Datenverlust – Steht eine Richtung fest, wird das Projekt als georeferenziertes Revit-Modell inklusive Standortkontext exportiert. Kein manueller Neuaufbau.
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Was das in der Praxis bedeutet
Ein Planungsteam kann laut Autodesk ein Projekt in unter 15 Minuten aufsetzen, Standortdaten einladen und die erste Analyse starten. Der Schritt von der Kubatur zur Grundrissebene, der in klassischen Workflows Tage kostet, verdichtet sich erheblich. Die Sonnenstunden-Analyse war 2025 die meistgenutzte Funktion der gesamten Forma-Plattform – ein klares Zeichen, wie zentral frühe Umweltbewertung in der täglichen Planungsarbeit geworden ist.
Zusätzlich hat Autodesk Anfang Juni 2026 den Building Layout Explorer als experimentelles Feature in Forma Site Design gestartet: KI generiert aus einem Massenmodell [dreidimensionales Volumenmodell ohne Detailplanung] direkt Grundrissvarianten – die Lücke zwischen Kubatur und LP 2 [Leistungsphase 2 – Vorplanung nach HOAI, Honorarordnung für Architekten und Ingenieure] schließt sich damit weiter.
Das offizielle Produktvideo erklärt den Workflow in drei Minuten: „What is Forma Building Design?" auf YouTube (April 2026)
Ein Vorbehalt, der für DACH-Büros relevant ist
Forma Building Design ist ausschließlich auf Englisch verfügbar – eine deutsche Benutzeroberfläche existiert nicht. Für Büros, in denen nicht alle Mitarbeitenden sicher auf Englisch arbeiten, ist das eine echte Hürde. Hinzu kommt: Wer primär in ArchiCAD oder Allplan arbeitet, kann die erzeugten Entwürfe nicht nativ übergeben – ein direkter Connector existiert nur für Revit. Büros ohne Revit-Abo müssten zunächst auf ein Revit- oder AEC-Collection-Abonnement wechseln, um den vollen Workflow zu nutzen.
Ich werde Forma Building Design in den nächsten zwei Wochen mit einem realen Grundstücksdatensatz selbst testen und die Ergebnisse – insbesondere zur Tageslichtsimulation und Revit-Übergabe – in einer der kommenden Ausgaben berichten.
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Handlungsempfehlung für Ihr Büro:
Schritt 1: Prüfen Sie, ob Ihr Büro bereits Revit oder die AEC Collection im Einsatz hat. Wenn ja, ist Forma Building Design heute schon inklusive – kein Extrabudget erforderlich.
Schritt 2: Starten Sie den 30-Tage-Test an einem laufenden Projekt in der Vorplanungsphase. Forma Building Design stellt Standortdaten automatisch bereit – kein aufwändige Datenvorbereitung nötig.
Schritt 3: Exportieren Sie das Ergebnis in Revit und vergleichen Sie den Zeitaufwand mit Ihrer bisherigen Vorplanungsroutine.
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→ 30-Tage-Test starten (browserbasiert, für Revit-Abonnenten direkt inklusive)
→ Offizielle Pressemitteilung Autodesk Deutschland (April 2026)
Haben Sie Erfahrungen mit diesem oder ähnlichen Tools? Schreiben Sie es in die Kommentare – ich lese jeden Beitrag und greife interessante Praxisberichte in einer der nächsten Ausgaben auf.
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