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GRAVA-connect-

KI-Radar Bau & Immobilien · Ausgabe 65
Acht Minuten fürs komplette Aufmaß – und ab sofort übernimmt eine KI selbst Teile davon
Ein Grundriss, ein Bildschirm, ein Kalkulator, der am Ende jede Menge von Hand nachrechnet – so läuft die Mengenermittlung in vielen Bau- und Planungsbüros noch heute. Mitte August bringt ein deutscher Softwarehersteller eine neue Version seiner Aufmaß-Software auf den Markt, bei der eine KI nicht mehr nur Fragen beantwortet, sondern selbst im Projekt handelt.
FachKI liefert mindestens 3x pro Woche eine konkrete, sofort umsetzbare KI-Meldung für Geschäftsführer und Inhaber aus Bau, Planung und Immobilien im DACH-Raum – ohne Werbeton, mit Kritikpunkt zu jedem vorgestellten Produkt.
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ANALYSE: KI-AGENT IM AUFMASS
Fehler beim Aufmaß gehören zu den teuersten Kalkulationsfehlern am Bau: Eine falsch übertragene Fläche oder ein vergessenes Bauteil im Leistungsverzeichnis taucht oft erst als Nachtrag oder als Differenz in der Schlussrechnung wieder auf – wenn die Korrektur richtig Geld kostet. Der Schweizer Baumeisterverband (SBV) nennt unstrukturierte, nicht systematisch aufbereitete Projektdaten branchenweit als größte Hürde für den KI-Einsatz am Bau.
Genau hier setzt SOFTTECH aus Neustadt an der Weinstraße an. Die browserbasierte Aufmaß-Software GRAVA connect erstellt bereits heute grafische Mengenermittlungen direkt auf digitalisierten Plänen – ohne Installation, mit direkter Anbindung an die AVA-Software [Ausschreibung, Vergabe, Abrechnung] AVANTI und ORCA AVA. Laut Hersteller-Tutorial lässt sich ein komplettes Aufmaß für ein Einfamilienhaus – von der Registrierung über den Planimport und das Aufmessen bis zur Auswertung und zum Export – in unter acht Minuten durchführen. Mitte August 2026 kommt Version 3.0: Neu ist GRAVA AI, die laut Produktmanager Christian Pacher nicht nur Fragen zum Projekt beantwortet, sondern selbstständig Projekte anlegt, Tags setzt, Mengen ermittelt und Analysen erstellt.
GRAVA connect 3.0 in Kürze:
• Kompletter Aufmaß-Workflow laut Hersteller-Tutorial in unter 8 Minuten
• Direkte Anbindung an AVANTI und ORCA AVA, GAEB-, Excel- und ÖNORM-Schnittstellen
• Import von PDF (Vektor & Pixel), JPG, BMP, PNG
• Ab Version 3.0: GRAVA AI legt Projekte an, setzt Tags, ermittelt Mengen, erstellt Analysen
• 30 Tage kostenlos testbar, danach Abo-Modelle mit flexibler Laufzeit
Kurz erklärt: Chatbot vs. KI-Agent
Ein KI-Chatbot beantwortet Fragen – er sucht Informationen und liefert eine Antwort, handelt aber selbst nicht. Ein KI-Agent [handelnde KI] geht einen Schritt weiter: Er darf innerhalb festgelegter Grenzen selbst Aktionen im System ausführen, etwa ein neues Projekt anlegen oder eine Menge direkt ins Leistungsverzeichnis eintragen. GRAVA connect hatte bereits seit Version 2.0 (Februar 2026) einen KI-Chatbot; Version 3.0 macht daraus einen Agenten, der mitarbeitet statt nur zu antworten.
Digitales Aufmaß digiplan aus Ausgabe 34 löst ein ähnliches Grundproblem – digitale statt manuelle Mengenermittlung. Der Unterschied: digiplan bietet keinen aktiv handelnden KI-Agenten, und GRAVA connect punktet zusätzlich mit der direkten AVA-Anbindung an AVANTI und ORCA AVA.
Ein Vorbehalt: Laut offizieller FAQ des Herstellers unterstützt GRAVA connect aktuell nur den Import von PDF, JPG, BMP und PNG – die in der Baubranche verbreiteten CAD-Formate DWG und DXF stehen laut Roadmap erst "in Kürze" zur Verfügung. Wer heute mit AutoCAD oder anderen DWG-basierten Systemen arbeitet, muss vorerst den Umweg über einen PDF-Export gehen.
Handlungsempfehlung: Wer regelmäßig Aufmaße erstellt und bereits mit AVANTI oder ORCA AVA arbeitet, kann GRAVA connect 30 Tage kostenlos und unverbindlich testen (keine automatische Vertragsverlängerung). Wer mit DWG-Plänen arbeitet, sollte vorher prüfen, ob der PDF-Umweg im eigenen Workflow praktikabel ist.

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Haben Sie Erfahrungen mit diesem oder ähnlichen Tools? Schreiben Sie es in die Kommentare – ich lese jeden Beitrag und greife interessante Praxisberichte in einer der nächsten Ausgaben auf.
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Gebäude scannen statt vermessen: Hottgenroth bringt KI-App für die 3D-Erfassung
Die Hottgenroth Software AG (Köln) hat eine GebäudeScan-App vorgestellt, die Gebäudedaten direkt vor Ort erfasst – per LiDAR-Scan mit einem Apple-Pro-Gerät, per Grundriss-Import oder tabellarisch. Das CAD-Modul HottKI erkennt eingelesene Grundrisse automatisch und erstellt daraus ein 3D-Modell, strukturiert nach Räumen, Etagen und Gebäuden. Einsatzgebiete laut Hersteller: Architektur, Energieberatung und Facility Management [technisches Gebäudemanagement]. Ein Vorbehalt: LiDAR-Scan setzt ein kompatibles Apple-Pro-Gerät voraus.

Zur Meldung auf baulinks.de
Ein-Mann-Start-up automatisiert die Prüfung von Ausschreibungen
Paul Fel aus Höchstenbach (Rheinland-Pfalz) hat mit Tender Automation ein KI-Tool entwickelt, das Leistungsverzeichnisse automatisch liest: Es erkennt einzelne Positionen, ordnet passende Hersteller und – wo möglich – konkrete Artikelnummern samt Konfidenzwert zu und erstellt anschließend automatisch die Anfragen für Preise und Informationen. Sein Antrieb laut eigener Aussage: "Jedes dritte Angebot scheitert an formalen Vorgaben." Ein Ein-Personen-Unternehmen – Referenzen im großen Maßstab stehen noch aus.

Zur Meldung im Staatsanzeiger BW
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Quellen:
SOFTTECH: GRAVA connect (Produktseite)
architekturblatt.de: GRAVA connect 3.0 – KI wirkt aktiv am Projekt mit
BVBS: Neue Version von GRAVA connect am Start
ad-hoc-news.de: KI-Tools verkürzen Angebotserstellung auf sieben Minuten
baulinks.de: GebäudeScan-App von Hottgenroth
Staatsanzeiger BW: Ein-Mann-Start-up baut KI-Tools für Vergaben
KI-Radar Bau & Immobilien – ein Produkt von FachKI · Günther Prell, Hochvogelweg 5, 84034 Landshut · Impressum · Datenschutz

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