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ANALYSE: BAUGPT
Fast drei Viertel aller Bauunternehmen arbeiten in mindestens einer Bauphase noch mit Papier – und nur 27 Prozent setzen Künstliche Intelligenz in der Bauausführung ein. Das zeigt eine internationale Bluebeam-Studie unter Führungskräften aus Architektur-, Ingenieur- und Bauunternehmen. Der Alltag dahinter ist vertraut: Der Polier schickt den Wochenbericht als Foto ins Büro, dort werden Stunden, Geräte und Material von Hand in die Bauabrechnung übertragen. Die Behinderungsanzeige nach VOB wartet, die Rechnungsprüfung stapelt sich.
Genau hier setzt BauGPT an – ein KI-Assistent aus München, der ausschließlich für die Bauwirtschaft entwickelt wurde. Dahinter steht die Crafthunt GmbH, 2022 als Recruiting-Plattform gegründet; seit September 2025 firmiert das Startup unter dem Namen seines erfolgreichsten Produkts. Mehr als 70.000 Nutzer aus Bau und Handwerk arbeiten bereits mit der kostenlosen Version.
Was das System kann
Die KI ist mit bauspezifischen Daten trainiert: Normen, Landesbauordnungen, aktuelle Urteile, dazu Leistungsverzeichnisse von Partnerunternehmen. In der Pro-Version kommt der entscheidende Baustein hinzu: eigene Firmendokumente als Wissensbasis. Neue Mitarbeiter finden Antworten aus dem internen Bestand – bevor dieses Wissen mit den Renteneintritten der Babyboomer das Unternehmen verlässt. Bei jeder Antwort zeigt das System die verwendeten Quellen an, ob internes Dokument oder externe Fundstelle.
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Die Fakten im Überblick
✓ 70.000+ Nutzer der kostenlosen Version (Stand September 2025)
✓ Hosting auf Servern in Deutschland, DSGVO [Datenschutz-Grundverordnung]-konform, keine Datennutzung fürs KI-Training
✓ Quellenangabe bei jeder Antwort – nachprüfbar statt Blackbox
✓ Onboarding der Pro-Version: rund 90 Minuten laut Anbieter
✓ Seit Juni 2026: GAEB-Export [Datenaustausch-Standard der Bauwirtschaft] für Leistungsverzeichnisse
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Was das im Alltag heißt
Typische Anwendungsfälle laut Anbieter und Fachpresse: eine VOB-konforme Behinderungsanzeige aus einer kurzen Polier-Nachricht, der Abgleich von Angebot, Lieferschein und Rechnung, die Auswertung hundertseitiger Leistungsverzeichnisse in wenigen Minuten oder Kalkulationsvergleiche mit den firmenüblichen Ansätzen. Seit Juni 2026 exportiert BauGPT Pro Leistungsverzeichnisse im GAEB-Format .x83 – direkt weiterverwendbar in Orca AVA, RIB iTWO, California.pro, AVA.relax, Nevaris und Sidoun Globe. Damit endet die KI-Arbeit nicht mehr in einem Textfenster, sondern fließt in die bestehende AVA [Ausschreibung, Vergabe, Abrechnung]-Landschaft.
Nicht unumstritten: Mit Plänen kann das System bislang nichts anfangen. Gründer Jonas Stamm räumt im Fachinterview offen ein, dass BauGPT keine Zeichnungen oder Grundrisse erstellen kann – die visuelle Komponente steht erst auf der Roadmap. Wer eine KI für Planauswertung oder Visualisierung sucht, wird hier nicht fündig. Und wie bei jedem Sprachmodell gilt: Trotz Quellenangabe bleibt bei rechtsrelevanten Dokumenten die fachliche Endkontrolle Pflicht.
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Handlungsempfehlung für diese Woche
1. Kostenlose Version registrieren und mit einem realen Fall testen – etwa der Behinderungsanzeige aus der letzten Projektwoche.
2. Das Ergebnis vom eigenen Bauleiter fachlich gegenprüfen lassen – so sehen Sie Qualität und Grenzen an Ihrem eigenen Material.
3. Wenn der Mehrwert sichtbar ist: Pro-Demo anfragen und mit fünf Kernnutzern starten. Der Gründer rät selbst: klein anfangen, nicht gleich die ganze Kalkulation umstellen.
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▶ Zum Anbieter: baugpt.com – kostenlos testen
Haben Sie Erfahrungen mit diesem oder ähnlichen Tools? Schreiben Sie es in die Kommentare – ich lese jeden Beitrag und greife interessante Praxisberichte in einer der nächsten Ausgaben auf.
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