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Ausgabe 51: KI-Radar Bau & Immobilien
KI-Radar Bau & Immobilien
Ihr wertvollstes Datenkapital liegt in hundert verstreuten Bauplänen, Excel-Listen und Sanierungsakten
Ein Bestandsgebäude, Baujahr 2000, mehrfach umgebaut, mehrere Mieter, mehrere Sanierungen. Fragt man den Eigentümer, wo welche Leitung liegt oder wann zuletzt die Fassade saniert wurde, folgt oft ein Achselzucken. Die Information existiert – verteilt auf alte Pläne, Excel-Tabellen, E-Mails und die Erinnerung des Hausmeisters. Genau dieses Problem greift die Nemetschek Group mit ihrer Plattform für digitale Zwillinge auf.
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Analyse: Digitaler Zwilling für den Gebäudebestand
Instandhaltungsentscheidungen im Bestand basieren in den meisten mittelständischen Betrieben auf Erfahrungswissen statt auf Daten – schlicht, weil belastbare Daten über den Ist-Zustand fehlen. Das kostet: falsche Sanierungspriorisierung, doppelte Arbeit bei Umbauten, unnötig hohe Betriebskosten.
dTwin, die Cloud-Plattform der Nemetschek Group (München) für "Building Lifecycle Intelligence", bündelt genau diese verstreuten Informationen: BIM-Modelle, alte 2D-Pläne, Punktwolken aus Laserscans, Fotos und Echtzeitdaten aus IoT-Sensoren fließen in ein einziges, begehbares digitales Abbild des Gebäudes. Property-Manager sehen darin nicht nur, wie ein Gebäude aussieht, sondern auch, wie es sich in Echtzeit verhält.
Was die Plattform heute leistet:
  • Bündelt CAD/BIM, IWMS und IoT-Echtzeitdaten auf einer zentralen Plattform
  • Funktioniert auch ohne durchgängiges BIM-Modell – Laserscans und Panoramafotos genügen als Einstieg
  • Begehbares 3D-Modell für virtuelle Objektbegehungen und Fernwartung
  • Offene API-Schnittstellen für bestehende Gebäudeautomation und CAFM-Systeme
  • DACH-Partnernetzwerk für Scan2BIM-Digitalisierung: BIMm Services, DANZ FM (beide DACH), Plandata (Wien)
Aktuellstes DACH-Beispiel: Der Flughafen Wien hat im November 2025 eine Kooperation mit der Nemetschek Group besiegelt, um die dTwin-Lösung (über die Tochter dRofus) als zentrale Airport-BIM- und Facility-Plattform namens "Abigail" einzuführen. Ab 2027 startet die Erweiterung von Terminal 3 auf 70.000 m² – die digitale Erfassung soll laut Flughafen-Wien-Vorstand Günther Ofner eine effizientere und nachhaltigere Bauabwicklung ermöglichen. Auch der deutsche Bestandshalter BENO Holding (Light-Industrial-Immobilien) digitalisiert sein gesamtes Portfolio mit dTwin.
Nicht unumstritten: Alle bislang veröffentlichten Referenzfälle – Nemetschek Haus, BENO, UMEX, Flughafen Wien – stammen aus Pressemitteilungen des Herstellers selbst; unabhängige Nutzerbewertungen auf Plattformen wie G2 oder Capterra gibt es für dTwin bislang nicht, das Produkt ist dafür noch zu jung am Markt. Hinzu kommt ein handfester Aufwand: Selbst beim eigenen Nemetschek-Hauptsitz in München waren für einen brauchbaren Ersteinstieg 13.000 Fotos und rund 100 Gigabyte Punktwolken-Daten nötig – für ältere, schlecht dokumentierte Bestandsgebäude ohne BIM-Modell ist die Erstdigitalisierung kein Nebenprojekt, sondern eine eigene Investitionsentscheidung.
Handlungsempfehlung: Wer einen unübersichtlichen, historisch gewachsenen Gebäudebestand verwaltet, sollte die Ersteinrichtung nicht am größten, sondern am problematischsten Einzelobjekt testen – dort, wo die Datenlage heute am schlechtesten und der Leidensdruck am größten ist. Ein Scan2BIM-Pilotprojekt über einen DACH-Partner liefert schneller ein belastbares Bild als der direkte Sprung ins Gesamtportfolio.
→ dTwin-Plattform ansehen
Haben Sie Erfahrungen mit diesem oder ähnlichen Tools? Schreiben Sie es in die Kommentare – ich lese jeden Beitrag und greife interessante Praxisberichte in einer der nächsten Ausgaben auf.
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Studie: Immobilienbranche entscheidet noch immer aus dem Bauch heraus
Nemetschek dTwin hat im November 2025 die Studie "Rewiring Real Estate" veröffentlicht – eine Befragung von 452 Asset Managern und Innovationsverantwortlichen in Deutschland, UK und den USA durch das Marktforschungsinstitut Censuswide. Kernergebnis: Trotz steigender Nachhaltigkeitsanforderungen und wachsendem technischem Druck arbeitet die Immobilienbranche weiterhin überwiegend mit manuellen Prozessen und Bauchentscheidungen. Für GFs im Bestandsmanagement ein Beleg dafür, dass der eigene Rückstand kein Einzelfall ist – aber auch keine Entschuldigung, ihn zu ignorieren.
Rumänischer Hafenbetreiber UMEX: digitaler Zwilling in einer Woche startklar
Der Hafenbetreiber UMEX in Constanța (Rumänien) hat mit dTwin Liegeplätze, Lagerflächen und Kräne digitalisiert und mit Echtzeitdaten zu Produktivität und Energieverbrauch verknüpft. Weil bereits ein BIM-Modell und IoT-Systeme vorhanden waren, stand der digitale Zwilling laut Anbieterangaben nach nur einer Woche. Ein Hinweis darauf, dass die Einrichtungsdauer stark davon abhängt, wie gut die Datengrundlage vorher schon war – der Gegenpol zum aufwändigen Ersteinstieg bei unvollständig dokumentierten Altbauten.
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Quellen:
Der Facility Manager: Digitaler Zwilling für den Flughafen Wien (November 2025)
Nemetschek: BENO Holding setzt auf dTwin
Nemetschek dTwin: Studie "Rewiring Real Estate" (November 2025)
Nemetschek: dTwin bei Hafenbetreiber UMEX
Nemetschek Blog: Digitaler Zwilling des Nemetschek Hauses
dTwin Produktseite
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