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Bild: viAct

KI-Radar Bau & Immobilien

Ausgabe 47: Ihre Baustellen-Kameras zeichnen alles auf – aber niemand schaut wirklich hin

Auf den meisten Baustellen hängen längst Überwachungskameras. Das Problem ist nicht die Technik – es ist die Aufmerksamkeit. Ein Mensch kann realistisch nicht mehr als eine Handvoll Bildschirme gleichzeitig im Blick behalten, geschweige denn 24 Stunden am Tag. Genau in dieser Lücke zwischen vorhandener Kamera-Infrastruktur und tatsächlicher Auswertung entstehen die meisten übersehenen Gefahrensituationen.

FachKI liefert mindestens 3x pro Woche eine sofort einsetzbare KI-Anwendung [Künstliche Intelligenz] aus Bau und Immobilien direkt in Ihr Postfach – kostenlos, ohne Marketing-Sprech, immer mit einem echten Kritikpunkt.

Analyse: viAct

Diese Beobachtung hat 2016 zwei Bauingenieure aus Hongkong dazu gebracht, ein KI-System [Künstliche Intelligenz] zu bauen, das genau diese Lücke schließt: viAct wertet die vorhandenen Baustellenkameras per Computer Vision [KI-gestützte Bilderkennung] automatisch aus – rund um die Uhr, ohne dass zusätzliche Hardware installiert werden muss.

Was das System konkret erkennt

Die KI läuft über bestehende CCTV-Kameras [Video-Überwachungssysteme] und meldet in Echtzeit, wenn Schutzausrüstung fehlt, jemand eine Gefahrenzone betritt oder sich Personen zu nahe an Kränen, Fahrzeugen oder Hebezeugen aufhalten. Statt einer Person, die Bildschirme beobachtet, übernimmt ein über 200 vorgefertigte KI-Module umfassendes System die Dauerbeobachtung und schlägt nur dann Alarm, wenn tatsächlich eine riskante Situation vorliegt.

Was das für den GF-Alltag bedeutet:

  • Kein zusätzliches Kamera-Equipment – die vorhandene Baustellenüberwachung wird weiterverwendet
  • Keine Programmierkenntnisse für die Einrichtung nötig, Konfiguration läuft über eine Weboberfläche
  • Sowohl Cloud- als auch On-Premise-Betrieb [Datenverarbeitung auf eigenen Servern] möglich – relevant, wenn Daten das Unternehmen nicht verlassen sollen
  • Personenbezogene Merkmale wie Gesichter und Kennzeichen werden laut Anbieter automatisch unkenntlich gemacht

Praxis-Ergebnisse

viAct ist inzwischen auf über 500 Projekten in 20 Ländern im Einsatz, darunter bei Immobilienentwicklern wie Henderson Land Development und beim Baukonzern SOCAM Development in Hongkong. Im April 2025 sicherte sich das Unternehmen eine Serie-A-Finanzierung, ausdrücklich mit dem Ziel, den Ausbau in Europa und dem Nahen Osten voranzutreiben. Kunden wie Shui On Construction berichten von deutlich reduziertem manuellem Überwachungsaufwand, ein Sicherheitsverantwortlicher von Bouygues Travaux Publics nennt einen Rückgang schwerer Unfälle um 80 Prozent nach der Einführung.

Nicht unumstritten

Auf den gängigen Bewertungsportalen wie Capterra liegen für viAct aktuell noch keine unabhängigen Nutzerbewertungen vor – die vorhandenen Erfahrungsberichte stammen ausschließlich von Kunden, die der Anbieter selbst benennt. Eine Gegenkontrolle über Drittquellen ist damit derzeit kaum möglich. Hinzu kommt: Das System ist auf funktionierende, gut positionierte Bestandskameras angewiesen. Wo diese fehlen oder Lücken in der Abdeckung bestehen, entsteht zusätzlicher Installationsaufwand, bevor die KI überhaupt greifen kann.

Handlungsempfehlung

Wenn auf Ihren Baustellen bereits CCTV-Kameras hängen, die im Wesentlichen nur aufzeichnen statt aktiv auszuwerten: Prüfen Sie in einem internen Kurz-Meeting, wie viele Sicherheitsvorfälle im letzten Jahr erst nachträglich per Videoaufzeichnung aufgeklärt wurden statt in Echtzeit verhindert zu werden. Das ist die konkrete Kennzahl, mit der sich eine Testphase gegenüber der Geschäftsführung rechtfertigen lässt.

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KI-Radar Bau & Immobilien – ein FachKI-Projekt

Günther Prell, Hochvogelweg 5, 84034 Landshut

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