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KI-Radar Bau & Immobilien – Ausgabe 28

KI-Radar Bau & Immobilien

Die Baustelle, die sich selbst dokumentiert –
das amerikanische Original im Check

Ausgabe 28 · 13. Juni 2026

Wer auf einer Baustelle fotografiert, kennt das Problem: Hunderte Bilder, kein einheitliches System, niemand findet danach etwas wieder. In Ausgabe 17 haben wir PlanRadar SiteView vorgestellt – die Helmkamera-Lösung, die Bilder automatisch dem Grundriss zuordnet. Heute schauen wir uns das Produkt an, das diesen Ansatz erfunden hat und das PlanRadar als direkte Konkurrenz betrachtet: OpenSpace AI aus San Francisco. Was kann das Original mehr – und taugt es wirklich für DACH-Betriebe?

FachKI liefert mindestens 3x pro Woche: Welche KI-Tools funktionieren heute auf Baustellen und in Planungsbüros – mit echten Zahlen, geprüften Quellen und konkretem Handlungspfad für Geschäftsführer. Kostenlos, ohne Werbung.

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Analyse: OpenSpace AI

10 Stunden Baustelle manuell fotografiert – und niemand findet danach ein Bild wieder. Das Original hinter PlanRadar SiteView löst das Problem anders.

Auf deutschen Baustellen werden täglich Tausende Fotos gemacht – per Smartphone, Digitalkamera, Tablet. Abgelegt werden sie in WhatsApp-Gruppen, auf freigegebenen Laufwerken oder schlicht im Kameraroll des Bauleiters. Wer drei Monate später einen Nachweis für einen Nachtrag braucht, sucht oft vergeblich. Das kostet Zeit, manchmal den Streit – und in Gewährleistungsfällen kann es teuer werden.

OpenSpace AI – 2017 in San Francisco gegründet, heute auf über 100.000 Bauprojekten in 131 Ländern im Einsatz – löst dieses Problem mit einem anderen Ansatz: Nicht der Bauleiter ordnet Bilder ein. Die KI [Künstliche Intelligenz] tut es automatisch. Der Mitarbeiter läuft mit einer 360°-Kamera über die Baustelle, die Plattform erkennt anhand der Aufnahmen den Standort im Grundriss und erzeugt daraus einen lückenlosen, zeitgestempelten Fotoverlauf – durchsuchbar wie Google Street View, direkt im Browser aufrufbar.

Was OpenSpace Field seit Februar 2026 neu kann

Am 3. Februar 2026 hat OpenSpace sein Produkt grundlegend erweitert. Aus dem reinen Dokumentationssystem wurde ein System für visuelles Handeln. Die neue Komponente heißt OpenSpace Field und ist allgemein verfügbar.

Die vier KI-Kernfunktionen:

📍 AI Autolocation – Erkennt automatisch, wo auf der Baustelle ein Mangel aufgetreten ist. Keine manuelle GPS-Nadel [Positionsmarkierung] setzen, kein externes Hardware-Modul notwendig. Echtzeit-Verortung direkt im Grundriss, auf jedem Smartphone.

🎤 AI Voice Notes – Mängel per Sprache dokumentieren während des Ablaufens. Die KI transkribiert [übersetzt Sprache in Text] nicht nur, sondern befüllt Formularfelder automatisch und interpretiert mehrdeutige Formulierungen.

🔗 Procore- und Autodesk-Integration – Bidirektionale [in beide Richtungen funktionierende] Synchronisation mit den marktführenden Bausoftwareplattformen. Mängel erscheinen automatisch im jeweils anderen System, ohne Doppeleingabe.

🔍 KI-Suche in der Medienbibliothek – Fotos per Sprachbefehl finden: „Nordwand Untergeschoss März 2026". Kein manuelles Durchklicken durch Tausende Aufnahmen.

Was das Original gegenüber PlanRadar SiteView mehr bietet

PlanRadar SiteView (Ausgabe 17) ist eine Erweiterung innerhalb einer Plattform, die als Mängelmanagement-Tool groß geworden ist. OpenSpace denkt die Logik von Grund auf anders: Das 360°-Bild ist der Ausgangspunkt für alles – Fortschrittsvergleich, Mängelverfolgung, BIM-Abgleich [Vergleich mit dem digitalen Gebäudemodell] und seit Februar auch direkte Aufgabensteuerung. PlanRadar dokumentiert Mängel auf 2D-Plänen. OpenSpace erstellt einen navigierbaren visuellen Zwilling der gesamten Baustelle und verknüpft Aufgaben direkt darauf. Beides kann parallel laufen.

Praxiszahlen aus dem Einsatz

10-fach schnellere Dokumentation gegenüber manueller Fotodokumentation

🔎 5-fach mehr erkannte Qualitätsmängel je Baustellenbegehung

📉 41 % weniger Nachtragsstreitigkeiten dank lückenlosem Fotoverlauf als Beweismittel

🕐 Inspektion: von 3–4 Stunden auf 30 Minuten – so ein Anwender im veröffentlichten Kundenbericht (OpenSpace, 2026)

DACH-Referenzen: Wer nutzt es bereits?

Die Leuthard-Gruppe aus der Schweiz – Totalunternehmer [Unternehmen, das Planung und Ausführung aus einer Hand anbietet] mit über 100-jähriger Geschichte und konsequenter BIM-Strategie – setzt OpenSpace auf allen Projekttypen ein, von Hochbau bis Tiefbau. Henner Mohr, Leiter Ausführung: Das Team wolle auf keinem Projekt mehr auf 360°-Erfassung verzichten.

In Deutschland dokumentiert HelloFresh seinen Umbau in Verden (Niedersachsen): Ein bestehendes Lagergebäude wird zur größten Industrieküche Europas. Kein vordefiniertes BIM-Modell, keine Baustandards – genau der Fall, in dem ein lückenloses Fotoprotokoll seinen Wert beweist.

International: Skanska (Nordeuropa, aktiv in Deutschland), BAM (konzernweiter Dreijahresvertrag Februar 2026, Niederlande/Deutschland/Belgien), VINCI. Alle drei sind im DACH-Raum aktiv – und wo Generalunternehmer [GU] Systeme vorschreiben, müssen Subunternehmer [Nachunternehmer] oft mitziehen.

Wer OpenSpace Field in Aktion sehen möchte, bevor er eine Demo bucht – auf YouTube gibt es ein aktuelles Review aus April 2026:

▶ OpenSpace AI Review 2026 – Features, Pros & Cons (YouTube, ca. 15 Min.)

Ein Vorbehalt, den man kennen sollte

Mehrere Anwenderberichte benennen denselben Einwand: OpenSpace setzt eine stabile Internetverbindung voraus. Wer auf Baustellen ohne zuverlässiges Mobilfunknetz arbeitet – Kellergeschosse, Tiefbau, ländliche Projektstandorte – wird feststellen, dass die Echtzeit-Synchronisation stockt. Uploads können auf später verschoben werden, aber die sofortige Verortung und Procore-Synchronisation funktionieren offline nicht vollständig. Wer in Gebieten mit schwachem Netz baut, sollte das konkret vor einem Rollout [unternehmensweiter Einführung] mit dem OpenSpace-Vertrieb klären.

Haben Sie OpenSpace bereits im Einsatz oder planen einen Test – vielleicht auch im Vergleich zu PlanRadar SiteView? Schreiben Sie es in die Kommentare auf LinkedIn oder unter diesem Beitrag – ich freue mich, Ihre Erfahrungen in einer der nächsten Ausgaben aufzugreifen.

Was Sie als GF jetzt tun können:

1. Deutschsprachige Live-Demo buchen: OpenSpace bietet regelmäßige 30-minütige Live-Demos auf Deutsch an – an realen Projekten demonstriert. Kein Verkaufsgespräch, sondern Produktdemo mit Fragerunde.

2. Pilotprojekt identifizieren: Besonders geeignet sind Projekte mit mehr als 3 aktiven Gewerken gleichzeitig, häufigen Koordinationsterminen mit Bauherr oder Planer oder laufenden Nachtragsrisiken.

3. Connectivity prüfen: Vor dem Rollout die Mobilfunkabdeckung am geplanten Einsatzort testen – das spart spätere Enttäuschung (siehe Kritikpunkt oben).

→ Demo auf Deutsch buchen (openspace.ai/de/demo)

Haben Sie Erfahrungen mit diesem oder ähnlichen Tools? Schreiben Sie es in die Kommentare – ich lese jeden Beitrag und greife interessante Praxisberichte in einer der nächsten Ausgaben auf.

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Kurzmeldung: BAM schließt konzernweiten Dreijahresvertrag mit OpenSpace

Der niederländische Baukonzern BAM – mit aktiver Präsenz in Deutschland, Belgien und den Niederlanden – hat im Februar 2026 einen konzernweiten Dreijahresvertrag mit OpenSpace unterzeichnet. Alle Bausparten werden auf die Visual Intelligence Platform [visuelle Intelligenzplattform] umgestellt. BAM ist damit das erste europäische Großunternehmen mit einem flächendeckenden OpenSpace-Rollout. Relevant für den deutschen Mittelstand: Was Generalunternehmer [GU] intern einführen, wird bei Projekten mit Subunternehmern [Nachunternehmern] zunehmend zur Anforderung.

Quelle: OpenSpace Media Room, Februar 2026

Kurzmeldung: Drohnendaten direkt in die Baustellen-Timeline – OpenSpace Air

Für Tiefbauprojekte, Infrastruktur und große Außenflächen hat OpenSpace die Funktion OpenSpace Air eingeführt. Drohnenaufnahmen werden automatisch in dasselbe System integriert wie Bodenkamerafahrten – dieselbe Karte, dieselbe Zeitachse, dieselbe KI-Analyse. Bauleiter sehen Innen- und Außenbereiche in einem einzigen Tool, ohne zwischen Plattformen zu wechseln. Für Erdbau, Kanalbau oder Großbaustellen mit weitläufigen Freiflächen schließt das eine Dokumentationslücke, die bisher kaum eine Software schloss.

Quelle: openspace.ai/de, Produktseite OpenSpace Air, 2026

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Quellen dieser Ausgabe

· OpenSpace: General Availability OpenSpace Field (3. Feb. 2026)

· OpenSpace: 1.000 Rechenzentrum-Projekte, Praxiszahlen (1. Juni 2026)

· Leuthard-Gruppe: Erfahrungsbericht 360°-Erfassung (openspace.ai/de)

· HelloFresh Verden (DE): Umbau Industrieküche mit OpenSpace (openspace.ai/de)

· Skanska: Visual Intelligence Platform Praxisbericht (constructionmanagement.co.uk)

· PlanRadar: Produktvergleich PlanRadar vs. OpenSpace vs. Buildots

· OpenSpace Demo buchen (Deutsch) – openspace.ai/de/demo

KI-Radar Bau & Immobilien · Herausgeber: Günther Prell

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